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Nachlese zum 1. Mai 2026 Unnecessary Eaters

Unnecessary Eaters in 2030 oder doch erst 2035 oder 2040

by Marcus H.V. Lohr

 

Zum 1. Mai 2026 habe ich eine Serie zum Nachdenken auf LinkedIn, der Plattform professioneller Vernetzung veröffentlicht.

Reaktionen – NULL!

Totale Verdrängung!

Ziel war, darauf hinzuweisen, dass die aktuelle Debatte voll an den herausfordernden Aufgaben der Zukunft vorbei geht.

 

Während auf den Kundgebungen noch fleißig über Löhne, Renten und Krankenversicherung diskutiert und dafür demonstriert wird, wird im Silicon Valley bereits seit den großen Fortschritten der KI von „Unnecessary Eaters“ gesprochen.

 

Ich poste seit langem die Auswirkungen der konvergierenden Exponenzialtechnologien (Allgemeine Generative Intelligence) AI x Robotics = AL (Artificial Labor).

 

Diese hat strukturelle wirtschaftliche Vorteile gegenüber dem Menschen, die auf diesem Blog bereits ausführlich besprochen wurden.

 

Ein Durchschnittsverdiener in Deutschland muss heute etwa 3,5 Stunden arbeiten, um sich aus seinem Netto eine Stunde eines anderen Durchschnittsverdieners (jeweils m,w,s) leisten zu können. Die Arbeitgeberkosten liegen aktuell bei rd 50 €/h.

https://www.upcycl-ing.de/2025/06/08/systeml%C3%B6sungen-mengenger%C3%BCste-des-arbeitsmarkts-1/

 

Hier kommt jetzt ein #patternInterrupt.

 

Es wird unabwendbar (inevitable), die wirtschaftlichen Vorteile der AL (Artificial Labor) aufzuhalten. Das wird schon alleine durch die alternden Gesellschaften in China und Japan getrieben, die fehlende menschliche Arbeit durch AL substituieren wollen/ müssen.

 

Die folgende Tabelle zeigt:

Sogar ein AL-AI-Roboter für 1.000.000 € ist im 3-Schicht-Betrieb bereits billiger als ein Durchschnittsverdiener. - Die Technologie ist aber deflationär, das bedeutet, sie wird billiger und es ist absehbar mit Stundenkosten im Euro-Bereich zu rechnen!

Und vor dem Hintergrund dieser technologischen und wirtschaftlichen Entwicklung wollen wir den Wohlstand der Menschen im Alter und der Krankenversicherung und Pflege durch den menschlichen Faktor Arbeit finanzieren lassen?

 

Also auf Basis eines Prozentsatzes an den menschlichen Einkommen?

Wie zukunftsvergessen oder präziser verantwortungslos ist das denn?

 

Wir setzen die oben genannten Kostenvorteile der AL in Konkurrenz zur menschlichen Arbeit. Das ist kein „level Playing Field“ mehr, kein ausgeglichener Wettbewerb. Mensch kämpfen in Zukunft „uphill“, also bergauf gegen eine immer stärker werdende AL.

 

Die folgende Grafik deutet an, wie sehr sich Menschen gegenseitig Konkurrenz machen werden in diesem Kontext. In den Kreisen nach rechst oben steht:

·       People (Menschen)

·       People enhanced by AI (Menschen mit KI-Verstärkung)

·       Substituted people (ersetzte Menschen = unnecessary eaters)

 

 

„Alle als Lösung kursierenden Vorschläge für individuelle Zukunftsstrategien sind allenfalls Lösungen für ein Top-Perzentil. Die Masse wird auf der Strecke bleiben, wenn sich systemisch nichts ändern wird.“ 

(Marcus H.V. Lohr)

Was derzeit in Deutschland passiert ist, dass wir auf den Wellen (sogenannten Chi-Kurven) der technologischen Entwicklungen falsch „surfen“.

 

 

Die folgende Grafik zeigt die Zusammenhänge.

Die Grafik ist einerseits selbsterklärend, andererseits füllt sie Bibliotheken.

 

Sie hat viel zu tun mit der Vermeidung von Stranded Assets der aktuell am Status Quo Verdienenden. – Aber anstatt Lösungen für die Zukunft zu suchen, verschanzen wir uns lieber hinter dem Status Quo.

Vor dem Hintergrund dieser Erklärungen nun die Serie zum 1. Mai.

Zum Mitdenken,

zum Weiterdenken,

zum Hinterfragen

des Status Quo und der vorgelegten Zukunftsantworten:

Natürlich ein #patternInterrupt des traditionellen linearen Denkens.

Natürlich deshalb provokativ, herausfordernd.

 

 

Ich habe das Datum herausfordernd auf 2030 gesetzt, weil die Granden des Silicon Valley den Durchbruch der AGI nun bereits in diesem oder nächstem Jahr ansetzen. 

Poetry Slam: „Tag der Arbeit – Reloaded“

 

Ich stehe hier, am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, und frage mich:

Wer arbeitet hier eigentlich noch?

Chicago 1886, Acht‑Stunden‑Tag, Schweiß, Blut, Hoffnung, ein Funke, der die Welt entzündet hat. Ein Tag für Menschen, nicht für Maschinen.

Und jetzt? Jetzt brennt kein Funke mehr, sondern eine GPU. 24/7. Ohne Pause. Ohne Lohn. Ohne Gewerkschaftsbeitrag. Ohne uns.

Wir haben den Tag der Arbeit erfunden, um uns selbst zu schützen. Jetzt schützt er uns vor der Erkenntnis, dass wir vielleicht gar nicht mehr gebraucht werden.

Artificial Labor, die neue Arbeiterklasse: schneller, billiger, fehlerfrei, und mit einer Kündigungsfrist von exakt null Millisekunden.

Und wir? Wir stehen daneben und halten Reden über „Transformation“, während der Algorithmus unsere Jobbeschreibung in Echtzeit überschreibt.

Also sag mir: Wie feiern wir den 1. Mai in Zukunft? Als Feiertag der Plattformen? Als Gedenktag für menschliche Arbeit? Als nostalgisches Rollenspiel mit PowerPoint‑Simulationen für Leute, die früher mal „Junior Consultant“ hießen?

Vielleicht wird der 1. Mai bald kein Kampftag mehr sein, sondern ein Tag, an dem wir uns selbst erklären müssen, warum wir überhaupt noch in der Gleichung vorkommen.

Denn der Tag der Arbeit war nie nur Arbeit. Er war Würde. Er war Teilhabe. Er war das Versprechen, dass Fortschritt uns nicht frisst.

Und jetzt stehen wir hier, zwischen Chicago und der Cloud, und müssen entscheiden, ob wir weiter zuschauen oder uns neu erfinden.

 

Denn wenn die Maschinen uns irgendwann Blumen hinlegen, dann ist es zu spät, um zu sagen:

 

Wir hätten früher anfangen sollen.

Vielleicht haben „wir“ noch bis 2035 Zeit, aber sicher nicht viel länger.

 

Das „Geschäftsmodell“ danach ohne Lösungen wird „Zaunbau“, derer die noch haben, vor denen, die disruptiert wurden.

Der Blog hier arbeitet an zuversichtlichen Lösungen.

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