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Wege zur Lösung (6) … Lebenszyklus (Investitionen) – Phase 2

Im letzten Kapitel wurden Lösungsansätze für die Phase 1 einer Investition herausgearbeitet. Jetzt geht es zum tieferen Verständnis der Einflüsse auf die Phase der Nutzungsdauer einer Investition.

#Lösungs-Wissen-ist-Zukunftskompetenz.

von Marcus H.V. Lohr

Lesezeit: 4 Minuten (800 Wörter)

 

Dieser Blog sucht Lösungen der Probleme, die keine sein müssten. - Ein wichtiger Bestandteil unseres Ansatzes sind kluge Fragen, denn: „In einer klugen Frage liegt die halbe Antwort“. 

Zum Einstieg die Wiederholung, dass die Geschwindigkeit einen enormen Unterschied macht.

Phase 2: Nutzung oder Betrieb - Fossilien

Aus Gründen des Aha-Effektes beginnen wir mit der Darstellung der Nutzung traditioneller Technologien. Im Bereich der Energieerzeugung sind dies fossile Energieträger, die in fossilen Kraftwerken genutzt werden. Da auch Atombrennstäbe verbrannt werden, gehören diese grundsätzlich auch zu den Fossilien. Sie erhalten aber eine Sonderstellung, weil sie während ihrer Betriebsphase zumindest nicht direkt CO2 ausstoßen (deshalb hat Frankreich sie als nachhaltig DEFINIEREN lassen). Sie sind allerdings nicht nach-haltig, sondern Nach-HALL-tig, wie wir in der 3. Phase sehen werden.

Wenn eine fossile Energieerzeugungs-Investition in Betrieb gegangen ist, hängt ihre Wirtschaftlichkeit im Wesentlichen von folgenden Faktoren ab.

ü  Strompreisentwicklung

ü  Bezugskosten fossiler Brennstoffe (inklusive von Atom-Brennstäben)

ü  Abschreibung, als der Anteil des Werteverzehrs der Investition. Diese wird über jedes Jahr ihrer Nutzungsdauer weniger wert. Das ist aber nur eine buchhalterische Krücke, denn wie wir in der Praxis sehen, laufen auch noch abgeschriebene alte Möhren. Abschreibungen sind sozusagen die jährlichen Folgen der Investition (Capex = Capital Expenditures).

ü  Opex (Operational Expenditures), sind die Betriebskosten, die anfallen, wie Wartung, Versicherung, Betrieb.

 

Wie wir gesehen haben, sind bereits die Genehmigungsverfahren in Deutschland extrem lang. Wenn man also schon 10 Jahre an einem Vorhaben baut, sollte es schon 30 bis 50 Jahre halten. Man kann das vergleichen, wie eine Annäherung der Bundesrepublik an die DDR. Dort musste man auch 10 Jahre und mehr auf einen Trabbi warten. Dafür durfte der Plastikbomber die Umwelt dann viele Jahrzehnte robust schädigen.

Die Wirtschaftlichkeit eines Kraftwerks ergibt sich dann aus der Entwicklung der Strompreise, die nach einem speziellen Anreizverfahren berechnet werden (Merit Order Prinzip, wird demnächst erklärt) und der Berechnung der Stromkosten. – Beide Konzepte sind grundlegend falsch aufgesetzt!

Sowohl Kosten- als auch Preisbildung. – Falsch! – Extrem fehlanreizend! – In einem der wichtigsten Versorgungsgüter: ENERGIE!

Das erklärt jetzt auch die enorme Diskussion über die Atomkraft. Die Streckung der Laufzeit von bereits abgeschriebenen und durch Ausgleichszahlungen abgefundenen Atomkraftwerken lässt es in den Taschen der Betreiber so richtig klingeln. Schätzungsweise 100 Mio. € an Profit pro Atomkraftwerk und Monat. – Ein wahrer Bonus-Regen. Honi soit, qui mal y pense.

#Mengengerüstabschätzung:

ü  Durchschnittliche Leistung = 1,3 GW

ü  Monatlicher Betrieb = 720 Stunden

ü  Erzeugte Leistung = 1.000 GWh oder 1 TWh pro Monat.

ü  Mit einer Bruttomarge von rund 15 Cents pro KWh, sind das dann schlappe 150 Millionen Euro.

ü  Sagen wir 80% davon, weil die Brennstäbe bereits etwas ausgelutscht sind!

120 Millionen Euro - pro Kraftwerk, pro Monat!

 

Im Kapitel Merit Order werden wir gezielt auf die unterschiedlichen Kosten und Reaktionszeiten (Grundlastfähigkeit, Reaktivität, Regelenergie) eingehen.

Welche Entwicklung ergibt sich über die Zeit?

Der Grundlagenbeitrag „INFLATION – Hilfe, was passiert hier?“ hat gezeigt, warum natur- und wirtschaftsgesetzmäßig die Kosten für Fossilien steigen müssen.

Da wir vollständig sein wollen, sei hinzugefügt, dass die Inflation für die Erstellung fossiler Kraftwerke daher auch für die Investitionskosten gilt. Die Dreckschleudern werden einfach immer teurer. Weil man sie sicherer und sauberer machen muss.

Wer jetzt mitgedacht hat, wird eine Entwicklung aus dem nächsten Kapitel für fossile Investitionen vorweg-denken können. Die Kostenentwicklung in Phase 3, nach der Nutzung. Dazu aber ein eigenes Kapitel.

Aha-Effekt für Phase 2: Nutzung oder Betrieb – Sonne & Wind

Wenn wir uns jetzt zum Vergleich Erneuerbare Energien ansehen, wie etwa Wind und Sonne, dann ergibt sich folgendes Bild. – Warum das natur- und wirtschaftsgesetzlich so ist und auch so sein muss, haben wir im Grundlagenbeitrag „INFLATION – Hilfe, was passiert hier?“ entwickelt:

 

Was sehr schön ist, ist der demokratische Erntefaktor der Erneuerbaren. Insbesondere Sonne und Wind stehen jeder und jedem zur Verfügung. – Wir müssten nur die Verwaltungsmodelle dazu bekommen, diese auch demokratisch nutzen zu dürfen.

Wenn jetzt Verhinderungs-Logiker oder verhinderte Logiker mit Schnapp-Atmung den Zitterstrom oder die Dunkelflaute ins Feld führen, seien sie beruhigt.

Es gibt keinen Grund, warum diese Kurven nicht auch auf Batterien und Wasserstoff-Erzeugung anwendbar sein sollten.

 

Da wir in dem Grundlagenartikel gesehen haben, dass wir spätestens durch Putins Krieg jenseits des Schnittpunktes von Deflation und Inflation sind, überlassen wir der geneigten Leserschaft das Kopfkino hinsichtlich der weiteren Entwicklung.

Gute Fragen

ü  Warum handelt die Politik wissentlich gegen Naturgesetze und gegen Wirtschaftsgesetzmäßigkeiten?

ü  Warum haben wir immer noch falsch anreizende Preissysteme?

ü  Warum haben vergangene Regierungen die Entwicklung von erneuerbaren Innovationen wie Photo-Voltaik und Wind massiv behindert?

ü  Warum haben wir keine Phantasie, dass eine Pionier-Führerschaft in diesen Technologien vollkommen neue Perspektiven eröffnen kann?

 

Wenn jetzt Moral-Apostel ins Feld führen, dass ja die Erneuerbaren so viele Ressourcen brauchten und die Umwelt zerstörten, dem sei als Marshmallow-Experiment zur Stärkung der Willenskraft zugerufen: Wartet das nächste Kapitel ab.

Nur so viel vorab:

Wer sich die Mühe macht Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen, erlebt einen weiteren Aha-Effekt!

 

 

Nächste Folge: Phase 3 – Nutzungs-Ende

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